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Samstag, 26.11.2005

Neue Schau nimmt Angst vor Schlangen

Wenn Besucher dicht am Terrarium vorbeigehen, reagiert sie etwas aufgeregt: Die Klapperschlange macht sich geräuschvoll bemerkbar. Sie gehört zu den lebendigen Exponaten, die das Naturkundemuseum derzeit in der Sonderschau "Mit gespaltener Zunge" zeigt.

Jürgen Hergert, der in Schladen im Nordharz die größte Schlangenfarm Europas betreibt, stellt 64 Tiere aus vier Kontinenten vor. Giftschlangen wie Kobras, Klapperschlangen, Ottern und Vipern sind ebenso zu sehen, wie diverse Riesenexemplare. Eines der schönsten Tiere ist eine Albino-Tigerpython.

Bei täglichen Vorführungen wird der Umgang mit den Tieren demonstriert und Wissenswertes aus ihrem Leben vermittelt. Höhepunkt ist die Giftabnahme. "Die können wir natürlich nur am Modell erklären", so Hergert, der auf einer Tierfarm in Namibia mit Löwen und Elefanten aufgewachsen ist. Auf seiner Farm im Nordharz gewinnt er heute Schlangengift für die Pharmaindustrie, aber auch für Forschung und Medizin. Hergert selbst hält auch vor Experten Vorträge, hat das Buch "Mit Giftschlangen auf Du und Du" geschrieben, das auch im Museum erhältlich ist.

"Mit der Sonderschau mit lebendigen Tieren wollen wir natürlich nicht dem Zoo Konkurrenz machen. Uns geht es darum, Ängste und Vorurteile gegenüber diesen Tieren abzubauen und Wissen über ihre Biologie zu vermitteln", so Direktor Rudolf Schlatter. Dabei werden auch einheimische Arten einbezogen, die aus Naturschutzgründen jedoch nicht gezeigt werden dürfen. Schlangen sind übrigens weltweit in den gemäßigten und warmen Zonen der Erde anzutreffen. Sie sind in Trockengebieten, Regenwäldern, alpinen Regionen ebenso verbreitet wie in Kulturlandschaften.

Zu sehen ist die Schlangenschau bis 11. Dezember. Das Naturkundemuseum hat eigens seine Öffnungszeiten erweitert. Geöffnet ist mon-tags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, am Wochenende 10 bis 18 Uhr. Auf den regulären Eintrittpreis von zwei, ermäßigt 1,50 Euro werden pro Person zusätzlich zwei Euro draufgesattelt.

Quelle : Leipziger Volkszeitung